Eisenbahn im Film  –  Rail Movies 
 

 

 

 

Avalanche Express

 

Art: Spielfilm
Produktion: Irland, USA 1978 (20th Century Fox)

Drehbuch: Abraham Polonsky
nach einem Roman von Colin Forbes
Produzent und Regie: Mark Robson
(weitere Regie nach dem Tod Robsons: Monte Hellman)
Kamera: Jack Cardiff, Howard Anderson
Musik: Allyn Ferguson

Überwachung der Spezialeffekte: John Dykstra, Bruce Logan

Darsteller:
Lee Marvin (Col. Harry Wargrave)
Robert Shaw (General Marenkov)
Linda Evans (Elsa Lang)
Maximilian Schell (Nikolai Bunin)
Joe Namath (Leroy)
Horst Buchholz (Scholten)
Mike Connors (Haller)
Claudio Cassinelli (Molinari)
Kristina Nel (Helga Mann)
David Hess (Geiger)
Günter Meisner
Cyril Shaps (Sedov)
Vladek Sheybal (Zennokin)
Arthur Brauss (Neckermann)
Sky Dumont (Philip John)

Farbe: DeLuxe
Laufzeit: 88' (Irland und USA; dagegen UK: 85')
Deutscher Verleihtitel: „Lawinen-Express“ (andere Angabe: „Lawinen-Expreß“)

 

Inhalt

Während des „Kalten Krieges“ Ende der 1970er Jahre: Marenkov (Robert Shaw) – ein prominenter Überläufer aus dem sowjetischen Generalsstab mit Decknamen „Angelo“ – soll sich mit Hilfe einer Gruppe von CIA-Veteranen um Colonel Harry Wargrave (Lee Marvin) in den Westen absetzen. Doch Westeuropa wird von schweren Winterstürmen heimgesucht, weshalb alle Flughäfen geschlossen sind – mit Ausnahme von Amsterdam. Wargrave fasst deshalb den risikoreichen Entschluss, Marenkov von Mailand aus im „Atlantik Express“ nach Holland zu schleusen. Die Gegenseite unter Führung von General Nicolai Bunin (Maximilian Schell) plant derweil einen alles vernichtenden Anschlag auf den Zug, ansonsten das westeuropäische Agentennetz des KGB durch Marenkov enttarnt würde.

Der Fairness halber muss zumindest erwähnt werden, dass die Verfilmung von Colin Forbes’ gleichnamigem Beststeller unter einem sehr unglücklichen Stern stand. Einerseits war Hauptdarsteller Robert Shaw (siehe auch „The Taking of Pelham One Two Three“) schon merklich von seiner schweren Krankheit gezeichnet und starb noch vor Abschluss der Dreharbeiten, so dass die meisten seiner Dialoge nachsynchronisiert werden mussten. Andererseits erlag Hollywood-Routinier Mark Robson (siehe auch „Von Ryan’s Express“) während der Produktion in Norditalien ebenfalls einer Herzattacke, weshalb ein B-Movie-Regisseur namens Monte Hellman die Filmarbeiten zu Ende brachte – meines Erachtens leider nur mit bescheidenem Resultat.

Autor des Abschnitts „Inhalt“: Manuel Gurtner

 

Eisenbahn

In diesem Film werden folgende angebliche Zug-Routen genannt:

  • „Ost-West-Express“ (Moskau–) Basel–Zürich
  • „Atlantik-Express“ Mailand–Chiasso–Gotthard–Zürich–Maastricht (dort aber italienische Ellok) –Maasbrücke (vor Rotterdam) –Amsterdam
    (Die Spielhandlung verlässt die Eisenbahn allerdings bereits an der Maasbrücke.)

Einige Zugaufnahmen sowie die Katastrophen-Szenen wurden mit Eisenbahnmodellen gefilmt.

Original-Eisenbahnfahrzeuge im Film:

  • Elektrolok 110 422-3 der Deutschen Bundesbahn (für einige Szenen auch als Lok der FS umlackiert)
  • FS-Ellok der Reihe E.444, umgestaltet als DB-Lok der Baureihe 110 (in der „Bügelfalten“-Version) mit Eigentümer-Kennzeichen „TK“ (oder „TR“ oder „TA“?). In einer Szene mit dieser Maschine ist das Fahrgestell einer Diesellok zu sehen, die den Zug schiebt.

Lothar Behlau steuerte folgende Informationen hierzu bei: „Bei der umgestalteten Lok handelt es sich eindeutig um eine FS-Ellok der Reihe E.444 in der Serienausführung (E.444.006 bis 117); E.444.001 bis 004 hatten als Prototypen leicht andere Kopfenden, und 005 als Versuchslok hatte völlig individuelle Seitenflächen. Heutzutage gibt es übrigens keine E.444 mehr in dieser Form, alle haben in den neunziger Jahren neue Führerstände und Kopfenden erhalten. Der Wagen hinter der Lok gehört zur FS-Allerweltsserie Bz 45.000 bzw. zu einer ihrer Ableitungen (ABz, Bcz etc.).“

 

Screen shot: FS-Lok E.444
 

Camouflage: Im Film „Lawinen-Express“ tritt auch eine FS-Ellok der Reihe E.444 auf, die man – trotz eigens demontierter Pantographen – als Elektrolok der DB-Baureihe 110 (in der Kasten-Version „Bügelfalte“) zurechtgemacht hatte.

 

Autoren dieser Filmbesprechung: Joachim Biemann, Manuel Gurtner, Lothar Behlau
Online: [vor 02.12.2000; Datum nicht registriert]
Version vom 18.05.2003
html-Status: 07.10.2009

 

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