Eisenbahn im Film  –  Rail Movies 
 

 

 

 

Lawrence of Arabia

 

Art: Spielfilm
Produktion: GB 1962
Regie: David Lean
Farbe: Technicolor
Laufzeit: 222' – [UK: 202'; UK (1970): 187'; UK (erste Schnittversion): 210'; UK (Director’s cut): 216'; Ulfilas Meyer (Kino-Express) gibt an: 214']
deutscher Verleihtitel: „Lawrence von Arabien“

Darsteller (laut IMDb): Peter O’Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn, Jack Hawkins, Omar Sharif, José Ferrer, Anthony Quayle, Claude Rains, Arthur Kennedy, Donald Wolfit, I. S. Johar, Gamil Ratib, Michel Ray, John Dimech, Zia Mohyeddin

 

Eisenbahn


„Eisenbahnunglück in der Wüste mit originalen Lokomotiven vor dem Hintergrund der türkisch-arabischen Auseinandersetzungen im Ersten Weltkrieg.“
[Ulfilas Meyer: Kino-Express. München und Luzern (Verlag C. J. Bucher) 1985. Seite 100.]


„Bei den Eisenbahn-Szenen mussten – trotz der akribischen Umsetzung durch David Lean – aus produktionstechnischen Gründen und wegen explodierender Kosten diverse Kompromisse eingegangen werden. Somit entspricht die Aussage im ‚Kino-Express‘ von Ulfilas Meyer, dass ‚original Lokomotiven und Wagen‘ zum Einsatz kamen, nachweislich nicht den Tatsachen.

Denn die Dreharbeiten zu den legendären Überfällen auf die (mit 1050 mm) schmalspurige ‚Hedschasbahn‘ sowie der Sturm auf Akaba fanden in Tat und Wahrheit außerhalb von Almeria in Südspanien statt. Während ‚Akaba‘ vollständig als Kulissenstadt an einer Meeresbucht aus dem Boden gestampft wurde (inklusive einem riesigen Doppelgeschütz), verlegte die Film-Crew in der Dünenlandschaft dahinter etwa zwei Kilometer Gleis – in spanischer Breitspur von 1672 mm notabene.

Auf diesem Schienenabschnitt inszenierte Lean sämtliche Eisenbahn-Szenen des Films, wobei als spektakulärer Höhepunkt eine Gleissprengung mit anschließender Entgleisung des ganzen Zuges unvergesslich bleibt. Zum Einsatz kamen insgesamt zwei Schlepptender-Loks aus der Zeit um die Jahrhundertwende, welche von den spanischen Staatsbahnen erworben wurden, dazu noch acht Passagier-, 14 Pferde-, zwei Güterwagen und ein Dreiachser (?) für die Wachmannschaft. Bei den Loks handelte es sich um die RENFE-Baureihen 030 und/oder 040 (ex Norte oder MZA), davon ein deutsches Fabrikat (mutmaßlich MF Krauss oder MF Chemnitz) sowie ein Exemplar aus Belgien (Cockerill).

In der Endmontage des Films wurden die Szenen dann in eine Wüstenlandschaft hineinkopiert, deren Aufnahmen wiederum an den Original-Schauplätzen in Jordanien gemacht wurden.“

[Manuel Gurtner]


 

Autoren dieses Beitrags: Manuel Gurtner und Joachim Biemann
Online: 26.03.2002
Status: 03.07.2004
html-Status: 07.10.2009

 

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