| Eisenbahn im Film – Rail Movies |
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Le cercle rouge
Art: Spielfilm
Darsteller (laut IMDb): Alain Delon, Bourvil, Gian Maria Volonté, Yves Montand, Paul Crauchet, Paul Amiot, Pierre Collet, André Ekyan, Jean-Pierre Posier, François Périer, Yves Arcanel, René Berthier, Jean-Marc Boris, Jean Champion, Yvan Chiffre Farbe: Technicolor
italienischer Verleihtitel: „I senza nome“
InhaltIn der Nacht vor der Entlassung des Gangsters Corey (Alain Delon) flieht der Häftling Vogel (Gian Maria Volonté) während seiner Überstellung nach Paris aus dem fahrenden Zug heraus – notabene unter den Augen von Kommissar Mattei (Bourvil). Später verüben Corey, Vogel und der alkoholkranke Ex-Polizist Jansen (Yves Montand) zusammen einen spektakulären Raubüberfall auf ein hochgesichertes Juweliergeschäft an der Pariser Place Vendôme.
EisenbahnDie Eingangssequenz zeigt die Einfahrt des „Train Bleu“ in Nizza zu nächtlicher Stunde, vorneweg eine Zweifrequenz-Lok der Baureihe BB 25500. Nachdem Mattei und Vogel in einen CIWL-Schlafwagen vom Typ „MU“ zugestiegen sind, kettet der Kommissar den Häftling mittels Handschellen an das obere Bett des Abteils. Während der langen Nachtfahrt Richtung Paris – der Expresszug ist unter anderem aus der Vogelperspektive zu sehen – gelingt es dem Gefangenen jedoch, seine Handfessel zu lösen. In einem Waldstück wuchtet der Häftling das Abteilfenster heraus und schwingt sich aus dem an dieser Stelle langsam fahrenden Zug. Obwohl Mattei die Notbremse zieht und sofort die Verfolgung aufnimmt, kann Vogel entkommen. Der Kommissar telefoniert von einem nahegelegenen Streckenposten aus, um eine Suchaktion zu starten. Diese Szenen spielen – entgegen den Tatsachen – auf einer eingleisigen und nicht elektrifizierten Bahnstrecke. Der Zug – „Le Train Bleu“Die Geschichte des einst luxuriösesten Schlafwagenzuges Europas gründet auf dem ehemaligen „Calais–Méditerranée Express“, welcher bereits Ende der 1880er Jahre durch die Internationale Schlafwagen-Gesellschaft (CIWL) in Betrieb genommen wurde, um reiche Engländer während der Wintermonate an die Côte d’Azur zu bringen. Ab 1922 kamen dann – und nicht von ungefähr – in diesem Zug die ersten CIWL-Schlafwagen vom Typ „S“ (Steel) zum Einsatz, welche anstelle der bisherigen Teakholz-Ausführung einen Ganzstahlkasten aufwiesen. Wegen der blauen Farbgebung erhielt der Expresszug im Volksmund schnell den Namen „Train Bleu“. Mit der Einführung des CIWL-Schlafwagen vom Typ „Lx“ (Luxe) Ende der 1920er Jahre konnte der Komfort nochmals gesteigert werden. Und auch die Reisegeschwindigkeit erhöhte sich kontinuierlich, vor allem auch durch die fortschreitende Elektrifizierung der „Route Impériale“. Die Traktion des schweren Zuges übernahmen damals die neuen – speziell für „Rapides“ auf der Strecke von Paris nach Lyon konstruierten – Elektroloks der Baureihe 2D2 9100, welche bei einem Betriebsgewicht von 144 Tonnen eine Dauerleistung von 5500 Pferdestärken entwickelten und eine kommerzielle Höchstgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern erreichten. Mitte der 1950er Jahre regierte ab Lyon noch immer „Majestät Dampf“ mit den mächtigen „Mountains“ der Baureihe 241P (Achsfolge 2’D1’), welche den „Train Bleu“ jeweils bis Marseille beförderten. Auf dem letzten Abschnitt entlang der Côte d’Azur bis zur italienischen Grenze bei Ventimiglia kamen dann die unverwüstlichen „Mikados“ vom Typ 141R (Achsfolge 1’D1’) zum Einsatz. Zu der Zeit setzte sich der Expresszug – seit 1949 auch von offizieller Seite als „Train Bleu“ bezeichnet – wie folgt zusammen:
1959 wurde mit der Einführung der Schlafwagen vom Typ „P“ (Pillepich – damaliger Chefingenieur der CIWL) im INOX-Design nicht nur das einheitlich blaue Erscheinungsbild des „Train Bleu“ durchbrochen, sondern auch die Exklusivität des berühmten Zuges ging damit stückweise verloren. Zu Beginn der 1960er Jahre sah die Wagenreihung demzufolge so aus:
In der Folge wurden die P-Schlafwagen durch den neuen CIWL-Typ „MU“ (Universal) – dieser wiederum im traditionell blauen Farbkleid – ersetzt, wie er dann auch in der erwähnten Eingangsszene des Filmes zu sehen ist.
Autor dieser Filmbesprechung: Manuel Gurtner
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