| Eisenbahn im Film – Rail Movies |
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The Day of the Jackal
Art: Spielfilm
InhaltZu Beginn der 1960er Jahre heuert die ins Exil geflohene Führung der französischen OAS*) einen ausländischen Auftragskiller an, um Präsident De Gaulle ermorden zu lassen. Während der in einschlägigen Kreisen als „Schakal“ bekannte Attentäter (Edward Fox) seinen Mordanschlag minutiös vorbereitet, bekommt der französische Geheimdienst Wind vom geplanten Anschlag und beauftragt den besten Mann (Michael Lonsdale) von der „Sureté Nationale“ damit, das Attentat zu verhindern. Allgemein eine der besten Romanverfilmungen – die Vorlage stammt von Bestsellerautor Frederick Forsith – überhaupt, glänzt der Polit-Thriller von Fred Zinnemann vor allem durch ein ungewöhnlich hohes Maß an Authentizität, welches an den entsprechenden Original-Schauplätzen in England, Frankreich, Italien und Österreich gewonnen wurde und sich nicht zuletzt auch bei den diversen Eisenbahn-Szenen niederschlägt. Gerade anhand der Verkehrsmittel (Schienenfahrzeuge, Autos, Propellermaschine nach der Landung in Wien) ist es dem Regisseur gelungen, das Zeitkolorit der frühen 60er Jahre äußerst wirklichkeitsgetreu wiederzugeben.
EisenbahnFür seine aufwendige Vorbereitung des Attentats reist der „Schakal“ mehrmals mit dem Zug von Paris nach Genua, was mit der Abfahrt auf der „Gare de Lyon“ beziehungsweise mit der Ankunft in „Genova Piazza Principe“ festgehalten wird. Um die speziell für den Mordanschlag angefertigte Tatwaffe über die Grenze schmuggeln zu können, baut der Attentäter die Auspuffanlage seines Sportwagens um. Die dafür angemietete Arkadengarage befindet sich gleich unterhalb der Verbindungsbahn Genova P.P.–Genova Brignole, so dass ein oben vorüberrumpelnder Vorortszug zu sehen ist. Nachdem der Killer wegen einer selbstverschuldeten Kollision mit einem entgegenkommenden Pkw nicht auf der ursprünglich geplanten Route nach Paris gelangen kann, reist er in der Folge per Bahn weiter, die Polizei immer dicht auf den Fersen. Getarnt als Lehrer aus Schweden gelingt es dem „Schakal“ dennoch, die Polizeikontrolle auf dem Bahnhof von Tulle ungehindert zu passieren und den Pariser Kurswagen im Lokalzug nach Brive zu entern, wobei dieser an der Spitze eine SNCF-Diesellok vom Typ BB 66000 (Achsfolge Bo’Bo’) aufweist. Auf den Spuren des „Le Capitole“Anschließend ist ein „Rapide“ mit einer Elektrolok der berühmten SNCF-Baureihe CC 7100 (Achsfolge Co’Co’) zu sehen, welcher in voller Fahrt irgendwo zwischen Vierzon und Etampes unterwegs ist. Es folgt dessen Ankunft auf der „Gare d’Austerlitz“ (siehe auch das Extra-Info „Un Flic“), derweil sich jetzt an der Spitze des Expresszuges bemerkenswerterweise eine Elektrolok der SNCF-Baureihe BB 9200 (Achsfolge Bo’Bo’) ausmachen lässt. Obwohl die Loknummer nicht erkennbar ist, handelt es sich aufgrund der purpurroten Farbgebung um eine von insgesamt sechs Maschinen (Nº 9278, Nº 9281, Nº 9282, Nº 9288, Nº 9291 und Nº 9292), welche ab 1967 speziell für den einstmaligen Prestigezug „Le Capitole“ adaptiert worden war und zur Zeit der Dreharbeiten (1973) noch immer das von Paul Arzens kreierte Farbkleid trug. Ausgerüstet mit noch leistungsfähigeren Motoren und einer geänderten Getriebeübersetzung sowie verstärkten Frontfenstern übernahmen die 5800 PS starken und bis zu 250 Stundenkilometer schnellen Loks von 1967 bis 1970 die Traktion des dazumal schnellsten fahrplanmäßigen Zuges auf dem Kontinent. Die zwischen Toulouse und Paris verkehrende Garnitur wurde vor allem von Geschäftsreisenden genutzt und erreichte trotz der bis zu neun Waggons umfassenden Komposition auf dem 100 Kilometer langen Abschnitt zwischen Vierzon und Les Aubrais eine reguläre Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometer. Die Wagenreihung zwischen Toulouse und Paris sah in der Regel wie folgt aus:
Mit der Einführung der noch komfortableren Reisezugwagen vom Typ „Grand Confort“ auf dieser Relation wurde der „Capitole“ anfangs der 1970er Jahre zum Binnen-TEE aufgewertet, derweil aber die BB 9200 dessen Traktion den noch stärkeren Maschinen vom Typ CC 6500 (Achsfolge Co’Co’) überlassen mussten, wovon ein Exemplar übrigens auch im Film auf dem benachbarten Bahnsteiggeleise zu sehen ist.
The Jackal
Art: Spielfilm
InhaltNach dem Ende der Sowjetunion soll in Moskau bei einer gemeinsamen Aktion von russischer „Nationaler Sicherheit“ und US-FBI ein Mitglied der russischen Mafia wegen Mordes verhaftet werden. Als der Mann und andere Bandenmitglieder Widerstand leisten, wird er erschossen. Er war der Bruder von Mafia-Boss Terek Murad (David Hayman), der daraufhin blutige Rache an den Sicherheitsbehörden und der politischen Elite in Russland und in den USA nehmen will. Dazu engagiert Murad den Profi-Killer „The Jackal“ (Bruce Willis), der sich dann als äußerst effektiv erweist. Für Carter Preston (Sidney Poitier) vom FBI und Major Valentina Koslova (Diane Venora) beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, um die Machenschaften des „Schakals“ zu vereiteln. Sie sind darauf angewiesen, den inhaftierten IRA-Mann Declain Mulqueen (Richard Gere) zur Mitarbeit zu gewinnen. Er ist der einzige, der den „Schakal“ identifizieren kann. Ein sehr brutaler Film, was offenbar kaum anders zu erwarten ist, wenn Bruce Willis dabei ist. Die Brutalität scheint mir nur sehr eingeschränkt durch die Story und erst recht nicht durch die Grundhaltung des Films gerechtfertigt, eher dürfte sie auf die Bedürfnisse eines einschlägigen Zuschauerkreises spekulieren. Einen Vergleich mit der Zinnemann-Produktion von 1973 kann ich nicht bieten, da mir diese nicht vorliegt. Es gibt allerdings Stimmen (zum Beispiel: Manuel Gurtner), die den Caton-Jones-Film daran gemessen für abgrundtief schlecht halten. Ich sehe einstweilen keinen Anlass, dem zu widersprechen.
EisenbahnEisenbahn-, in diesem Fall vor allem U-Bahn-Szenen enthält dieser Film in einem vergleichsweise hohem Maß:
Autoren dieser Filmbesprechung: Manuel Gurtner (Produktion 1973) |
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