Eisenbahn im Film  –  Rail Movies 
 

 

 

 

Per qualche dollaro in più

 

Art: Spielfilm
Produktion: BRD/Spanien/Italien, 1965
[IMDb gibt an: Italien/Spanien/BRD/Monaco]
Regie: Sergio Leone
Farbe: Technicolor
Laufzeit: 130'
Deutscher Verleih-Titel: „Für ein paar Dollar mehr“
weitere Verleihtitel:
„For a Few Dollars More“ [USA, UK]
„La muerte tenía un precio“ [E]
„Por unos cuantos dólares más“ [E]
„Por unos pocos dólares más“ [E]

Lothar Behlau bemerkt zum Titel des Films: „Dollaro“ ist Singular und müsste bei „Für eine Handvoll Dollar“ beim italienischen Titel natürlich in den Plural gesetzt werden, also „dollari“. Bei IMDb heißt es bei fast allen anderen Filmen konsequent „alcuni / cento / millioni dollari“, nur bei zwei Filmen von Sergio Leone nicht! Entweder ist das eine Marotte von ihm beziehungsweise seinem Produzenten, oder es handelt sich um einen Übermittlungsfehler an IMDb.

 

Inhalt

Die Kopfgeldjäger Monco (Clint Eastwood) und Colonel Mortimer (Lee van Cleef) sind hinter dem psychopathischen Bandenführer „El Indio“ (Gian Maria Volonté) her, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Während es Monco auf das hohe Kopfgeld abgesehen hat, will sich Mortimer an „El Indio“ rächen, weil dieser die Schwester des Colonel auf dem Gewissen hat.

 

Eisenbahn

Das Intro des Films zeigt Colonel Mortimer in einem Zugabteil während der Bibel-Lektüre. Der Reisende gegenüber macht ihn darauf aufmerksam, dass dieser Zug nicht in Tucumcari hält, sondern bis Santa Fé durchfährt, worauf Mortimer ungerührt die Notbremse zieht.

Der Zug – antikes Rollmaterial der RENFE

Trotz der seitlich aufgebrachten Initialen „U.P. & S.S.R.“ entpuppt sich der vermeintliche Westernzug als Rollmaterial der spanischen Staatsbahn RENFE (Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles). Vorneweg ein Dreikuppler (Achsfolge 0-3-0) mit zweiachsigem Schlepptender, die Lokomotive mittels charakteristischen Schienenräumers (Cowcatcher), riesigen Frontscheinwerfers und eines Funkenfängers am Kamin auf Westernlok getrimmt. Gefolgt wird sie von einem Güter-/Packwagen – Mortimer führt darin sein Pferd mit – sowie zwei Oberlicht-Reisezugwagen mit Einstiegsplattform, allesamt zweiachsig. Beim C-Kuppler handelt es sich eventuell um ein Exemplar innerhalb der RENFE-Baureihe 030-2492/2501 (ex ANDALUCES 271-280).

Die Strecke – Zweiglinie der Alhamilla Mining & Railway Company

Die Aufnahmen entstanden auf der 11,3 Kilometer langen Stichbahn, welche damals noch bei der Estación de Lacalahorra von der Hauptstrecke Linares–Almeria abzweigte und nach Alquife am Fuß der Sierra Nevada führte. Die schon längstens aufgelassene Trasse wurde ursprünglich am 26. Dezember 1899 von der Alquife Mines & Railway in Betrieb genommen und diente ausschließlich dem Transport von Eisenerz zum Hafen von Almeria, wobei in den ersten 15 Jahren eine Jahresleistung von 100 000 Tonnen erbracht wurde. 1907 ging die Minenbahn nach einer Fusion in den Besitz der Alhamilla Mining & Railway Company über.

Der Bahnhof – Estación de Lacalahorra

Die Bahnhofssequenz von Tucumcari (New Mexico) wurde angeblich auf der – einige Kilometer außerhalb der Ortschaft gelegenen – Station von Lacalahorra gedreht, das südlich von Guadix gelegen und berühmt für seine mittelalterliche Befestigungsanlage ist. Ansonsten käme auch eine speziell für die Dreharbeiten erstellte Holzbau-Kulisse in Frage, welche mutmaßlich drei Jahre später ein wenig modifiziert auch in der berühmten Eingangssequenz von Sergio Leones „C’era una volta il West“ Verwendung fand.

Südöstlich von Lacalahorra befindet sich die Wüste von Tabernas, deren Landschaftsbild einzigartig ist in Europa und an Gegenden in New Mexico oder Arizona erinnert. 1964 inszenierte hier Sergio Leone mit „Per un pugno di dollari“ den ersten namhaften Italo-Western, welcher nicht nur den Beginn eines neuen Genres markierte, sondern auch Clint Eastwood zum Weltstar machte.

 

Autor dieser Filmbesprechung: Manuel Gurtner; eine Bemerkung zum Titel des Films kam von Lothar Behlau
Online: 05.08.2002
Version vom 21.09.2003
html-Status: 07.10.2009

 

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